Shopify B2B: Der komplette Leitfaden [2026]
Native Features, Standard vs. Plus, ERP-Integration, Kosten und die 5 häufigsten Fehler. Basierend auf 150+ E-Commerce-Projekten im DACH-Raum.
Die kurze Antwort
Kann Shopify B2B?
Ja. Seit 2022 baut Shopify native B2B-Funktionen ein — Firmenprofile, kundenspezifische Preislisten, Zahlungsbedingungen, Draft Orders und einen eigenen B2B-Checkout. Für den Einstieg reicht der Standard-Plan ab 36 EUR/Monat. Sobald B2B mehr als ein Nebenprojekt ist, empfehlen wir Shopify Plus ab ca. 2.300 USD/Monat. Ein funktionierender B2B-Shop kostet 15.000 bis 50.000 EUR für die Ersteinrichtung.
Diese Einschätzung basiert auf den Erfahrungen der Shopify-Agentur Greenblut aus Freiburg mit über 150 abgeschlossenen E-Commerce-Projekten seit 2013. Der B2B-E-Commerce in Deutschland umfasst laut IFH Köln rund 509 Milliarden Euro — über 5x größer als der B2C-Onlinehandel. Im Winter 2026 Release kamen über 150 Updates dazu — darunter KI-gestütztes Company Onboarding.
Was kann Shopify?
Die nativen B2B-Features
Firmenprofile und Standorte
Firmenkunden werden als "Companies" mit mehreren Standorten und Ansprechpartnern angelegt. Jeder Standort bekommt eigene Versandadressen, Zahlungsbedingungen und Preislisten.
Kundenspezifische Preislisten
Das wichtigste B2B-Feature. Verschiedene Kundengruppen bekommen verschiedene Preise: Prozentuale Rabatte aufs Sortiment, fixe Einkaufspreise pro Produkt oder Staffelpreise nach Menge — alles nativ.
Zahlungsbedingungen
Im B2B wird selten sofort bezahlt. Shopify unterstützt "Netto 30" oder "Netto 60" direkt im Checkout.
Bestellentwürfe (Draft Orders)
Dein Vertriebsteam erstellt Bestellungen im Namen des Kunden, passt Rabatte an und sendet zur Freigabe.
Mengenregeln und Mindestbestellmengen
Mindestbestellmenge, Maximalmengen, Vielfache (z.B. nur 12er-Kartons).
B2B-Checkout
Der B2B-Checkout zeigt nur was relevant ist: Firmenpreise, vereinbarte Zahlungsbedingungen, zugeordnete Lieferadressen.
Die wichtigste Entscheidung
Shopify Standard vs. Plus: Unsere ehrliche Einschätzung
Was mit Shopify Standard geht
Grundlegende B2B-Funktionen sind seit 2024 auch in Standard-Plänen verfügbar. Firmenprofile, einfache Preislisten, Zahlungsbedingungen — für den Einstieg mit wenigen Großkunden kann das reichen.
Wann Plus nötig wird
In der Praxis sehen wir: Sobald B2B mehr als ein Nebenprojekt ist, braucht es Plus.
- Mehr als 100 Firmenkunden mit individuellen Preislisten
- Gemischtes D2C + B2B auf einer Domain (Blended Store)
- Anpassbarer B2B-Checkout (Bestellreferenznummern, PO-Nummern, Kostenstellen)
- Automatisierte Workflows für Bestellfreigaben und Rechnungsversand
- Multi-Market für internationale B2B-Kunden mit lokalen Preisen
- API-Zugriff für tiefe ERP-Integration (SAP, Dynamics, xentral)
Plus kostet ab ca. 2.300 USD/Monat. In unseren Projekten hat sich Plus bisher immer innerhalb von 6 Monaten amortisiert.
Ehrliche Zahlen
Was kostet Shopify B2B?
Shopify-Plan
Ab 36 EUR/Monat (Standard) bis 2.300 USD/Monat (Plus)
Agentur-Setup
15.000 – 50.000 EUR, je nach Preislogik, ERP und Design
Laufende Kosten
Hosting inklusive, Apps 50-300 EUR/Monat, Transaktionsgebühren
ERP-Integration
Standard-Konnektoren 100-500 EUR/Monat, Custom (SAP/Dynamics) 10.000-30.000 EUR Setup
B2B + B2C
B2B und B2C auf einer Plattform (Blended Store)
D2C und B2B in einem Shop vereinen — Shopify nennt das “Blended Store”. B2B-Kunden loggen sich ein und sehen ihre Firmenpreise, Zahlungsbedingungen und Mindestbestellmengen. Endkunden sehen den regulären D2C-Shop. Zwei Erlebnisse, ein Shop, ein Inventar.
Wann sinnvoll: Gleiches Sortiment für Endkunden und Händler, nur eine Plattform verwalten, B2B wächst aus dem D2C heraus.
Wann getrennte Storefronts: Komplett unterschiedliches Sortiment, sehr unterschiedliche Markenauftritte oder regulatorische Trennung nötig.
In unseren Projekten funktioniert der Blended Store in ca. 70 % der Fälle.
Der kritische Erfolgsfaktor
ERP-Integration: Wo die meisten B2B-Projekte scheitern oder gelingen
Kein B2B-Shop funktioniert als Insel. Definiere vor der Integration, wo die Wahrheit liegt: Preise im ERP oder in Shopify? Bestände in Echtzeit oder als Batch? Diese Entscheidung verursacht 80 % der Probleme wenn sie aufgeschoben wird.
xentral / JTL / Sage
Etablierte Shopify-Konnektoren, die ohne Individualentwicklung funktionieren. Unsere erste Wahl für 10-500 Mitarbeiter.
SAP
Über Middleware wie Alumio oder Celigo. Die Komplexität liegt auf SAP-Seite, nicht bei Shopify.
Microsoft Dynamics 365
Gute Konnektoren über iPaaS-Plattformen. Bidirektionale Synchronisation von Kunden, Produkten, Beständen und Aufträgen.
Vier Regeln für die ERP-Integration:
- Bestände in Echtzeit synchronisieren, Aufträge können als Batch laufen
- Fehlerbehandlung von Tag 1: Automatische Alerts und Retry-Logik sind Pflicht
- Nie auf dem Live-System testen — Shopify Plus bietet Development Stores dafür
- ERP-Datenqualität vor dem Projekt prüfen: Doppelte Kunden und inkonsistente Preise bereinigen
Shopify B2B vs. die Alternativen
Shopware 6
Ausgereiftere B2B-Features — aber braucht Hosting, regelmäßige Updates durch Entwickler und hat höhere laufende Betriebskosten. Wer bereits auf Shopware 6 zufrieden ist, hat keinen Grund zu wechseln. Zum Vergleich →
Magento / Adobe Commerce
Kann alles. Kostet auch alles. Für den DACH-Mittelstand fast immer oversized — wir sehen regelmäßig sechsstellige Jahreskosten für Hosting und Wartung allein. Zum Vergleich →
BigCommerce
Solide B2B-Features, aber in Deutschland kaum verbreitet. Weniger Agenturen, weniger deutschsprachige Apps, weniger lokale Payment-Integrationen.
Unsere Empfehlung: Shopify Plus ist die beste Balance aus Funktionsumfang und Betriebsaufwand für den Mittelstand. Kompletter Shopsystem-Vergleich →
5 Fehler die wir in B2B-Projekten immer wieder sehen
B2B als Anbau statt als Architektur
Viele Shops starten als D2C und schrauben B2B später drauf. Das führt zu Konflikten bei Preisanzeige, Zielgruppentrennung und Checkout-Logik. Unsere Regel: Vor dem ersten Wireframe klären ob der Shop rein B2B, rein D2C oder ein Blended Store wird.
Preislogik nicht vor dem Bau durchdenken
Staffelpreise, kundenspezifische Rabatte, Sonderkonditionen, Währungsumrechnung — wenn du das nicht sauber modellierst bevor der Shop gebaut wird, rächt es sich. Wir erstellen in jedem B2B-Projekt zuerst eine Preismatrix auf Papier.
Checkout nicht anpassen
B2B-Kunden erwarten Bestellreferenznummern, PO-Nummern und Kostenstellen. Der Standard-Checkout bietet das nicht. Shopify Plus mit Checkout Extensibility schon — aber nur wenn du es aktiv konfigurierst.
"ERP machen wir später"
Der teuerste Satz im B2B-E-Commerce. Jeder Monat ohne Integration bedeutet manuelle Dateneingabe und Fehler. In einem aktuellen Projekt hat das Aufschieben der ERP-Anbindung allein in den ersten 3 Monaten geschätzt 200 Arbeitsstunden gekostet.
App-Overload statt native Features
Shopify hat die meisten B2B-Features inzwischen eingebaut. Wir sehen trotzdem Shops mit 5-6 B2B-Apps die sich gegenseitig in die Quere kommen — Preiskonflikte, doppelte Checkout-Scripts, Performance-Probleme. Immer zuerst prüfen was nativ geht.
Für wen eignet sich Shopify B2B?
Gut geeignet
- Hersteller die erstmals direkt an Händler verkaufen
- D2C-Marken die Wholesale digitalisieren wollen
- Migration von Shopware 5 oder Magento 1
- D2C + B2B auf einer Plattform (Blended Store)
- Internationaler B2B-Vertrieb mit Multi-Market
Weniger geeignet
- Reine B2B-Marktplätze mit tausenden Lieferanten
- Hochkomplexe Konfigurationsprodukte (CPQ)
- Branchen mit spezifischen Compliance-Anforderungen
- Unternehmen die primär über EDI bestellen
Häufige Fragen zu Shopify B2B
Kann ich Shopify für B2B nutzen ohne Shopify Plus?
- Ja. Seit 2024 sind grundlegende B2B-Funktionen auch in den Standard-Plänen verfügbar — Firmenprofile, einfache Preislisten und Zahlungsbedingungen. Für den Einstieg mit weniger als 100 Firmenkunden kann das reichen. Sobald individuelle Checkouts, automatisierte Workflows oder tiefe ERP-Integration nötig werden, empfehlen wir Shopify Plus.
Was kostet ein Shopify B2B-Shop?
- Ein funktionierender B2B-Shop auf Shopify liegt typischerweise zwischen 15.000 und 50.000 EUR für die Ersteinrichtung. Dazu kommen monatliche Kosten für den Shopify-Plan (ab 36 EUR Standard, ab ca. 2.300 USD für Plus), Apps (50-300 EUR) und ggf. ERP-Konnektoren (100-500 EUR). Im Vergleich zu Magento oder Shopware sind die laufenden Betriebskosten deutlich niedriger.
Kann ich B2B und B2C in einem Shopify-Shop betreiben?
- Ja — Shopify nennt das Blended Store. B2B-Kunden sehen nach dem Login ihre Firmenpreise, Zahlungsbedingungen und Mindestbestellmengen. Endkunden sehen den regulären Shop. In unseren Projekten funktioniert das in ca. 70 % der Fälle und spart erheblich Entwicklungs- und Betriebsaufwand.
Welche ERP-Systeme lassen sich mit Shopify B2B verbinden?
- Alle gängigen ERP-Systeme im DACH-Raum haben Shopify-Konnektoren: xentral, JTL und Sage über etablierte Standardkonnektoren, SAP und Microsoft Dynamics 365 über Middleware wie Alumio oder Celigo.
Ist Shopify oder Shopware besser für B2B?
- Shopware 6 hat ausgereiftere native B2B-Features. Shopify Plus bietet dafür niedrigere Betriebskosten (kein eigenes Hosting nötig), ein größeres App-Ökosystem und schnellere Umsetzung. Für den DACH-Mittelstand ist Shopify Plus in den meisten Fällen die kosteneffizientere Wahl.
Wie lange dauert die Einrichtung eines Shopify B2B-Shops?
- Typischerweise 8-12 Wochen für einen funktionierenden B2B-Shop mit ERP-Integration. Ohne ERP-Anbindung ist ein Launch in 4-6 Wochen realistisch.
Aus dem Blog
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